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Die am häufigsten von Parkinson-Patienten gestellten Fragen

November 2007

Fragen
 

1. Ist die Parkinson-Krankheit erblich?

Die meisten Parkinson-Erkrankungen sind nicht erblich. Eine sehr seltene erbliche Form ist bekannt, zeigt aber Besonderheiten und einen typischen Erbgang. Über dieses Thema können Sie ausführlich auf unseren Seiten unter Zur Frage der Erblichkeit des idiopathischen Parkinson-Syndroms (IPS) nachlesen.

2. Verursachen die Medikamente Spielsucht?

Leider können Parkinson-Medikamente, in erster Linie bestimmte Dopamin-Agonisten, wahrscheinlich bei entsprechender Veranlagung Spiel-, Kauf- oder Sexsucht auslösen oder verstärken. Die auftretenden Probleme können verheerend sein. Dabei ist unbedingt ärztliche Hilfe notwendig, im Allgemeinen in Form einer medikamentösen Umstellung. Lesen Sie mehr dazu unter Begleiterscheinungen (Impulskontrollstörungen).

3. Kann bei der Parkinson-Krankheit eine Hypersexualität auftreten?

Die häufigsten sexuellen Probleme bei der Parkinson-Krankheit sind die Erektionsstörungen und andere Störungen der Sexualfunktion, die teilweise krankheitsbedingt und teilweise Folge der Medikation sind. Über diese Probleme der Sexualität können Sie ausführlich nachlesen auf unseren Seiten unter Sexualität und Parkinson.

Die Antiparkinson-Mittel, insbesondere die Dopamin-Agonisten, können aber auch eine Libido-Steigerung mit entsprechender Hypersexualität verursachen. Die Libido-Steigerung bei evtl. gleichzeitig verminderter Potenz kann im psychischen Bereich für die Patienten aber auch in der Partnerschaft erhebliche Probleme verursachen. Diese Probleme sollten offen mit dem behandelnden Arzt diskutiert werden, der durch entsprechende Änderung der Medikation Hilfe leisten kann.

4. Gibt es Besonderheiten bei einer Narkose beim MP?

Eine Vollnarkose ist für die Parkinson-Patienten auch bei der richtigen Narkoseführung und Betreuung vor und nach der Operation immer eine Belastung, die die Symptome mindestens vorübergehend verschlechtern kann. Über diese Probleme können Sie ausführlich nachlesen auf unseren Seiten unter Parkinson und Anästhesie.

5. Gibt es "geheilte" Parkinson-Patienten?

„Geheilte“ Parkinson-Patienten, bei denen die Diagnose als idiopathisches Parkinson-Syndrom gesichert wurde, sind in der Literatur nicht bekannt. Die so genannte medikamentöse Parkinson-Krankheit, der Parkinsonoid kann nach dem Absetzten des auslösenden Mittels (Neuroleptika, Durchblutungs-, Hypertonie- und Magenmittel usw.) verschwinden. Auch die sehr seltene „psychogene“ Parkinson-Krankheit kann nach Lösung der im Hintergrund stehenden Konfliktsituation „geheilt“ werden. Deswegen ist äußerste Vorsicht geboten, wenn heutzutage bei einem Therapieverfahren die Heilung versprochen wird.

6. Was ist der Unterschied zwischen Parkinson und MSA?

Die Parkinson-Krankheit ist eine Erkrankung zumindest eines wichtigen Systems im Gehirn, des dopaminproduzierenden Systems, der Nervenzellen in der Schwarzen Substanz. Dadurch wird zu wenig Dopamin produziert. Das Dopamin wirkt an den so genannten Dopamin-Rezeptoren des Streifenkörpers im Gehirn.
Die Multisystematrophie (kurz: MSA) betrifft nicht nur die Dopamin-Produktion, sondern auch die genannten Dopamin-Rezeptoren des Streifenkörpers. Infolge dessen kann das vorhandene oder das therapeutisch zugefügte Dopamin nicht oder nicht ausreichend wirken. Hier sind mehrere Systeme (= multi) betroffen. Dementsprechend sind bei der MSA neben den parkinson-typischen Symptomen auch andere Symptome vorhanden. Folglich ist das Ansprechen auf die Antiparkinson-Mittel deutlich schlechter und der Verlauf ungünstiger, als bei der „einfachen“ Parkinson-Krankheit.
Über dieses Thema können Sie ausführlich nachlesen auf unseren Seiten unter Differenzialdiagnose: Multisystematrophien.

7. Kann die Kernspintomographie die Diagnose Parkinson bestätigen?

Die Kernspintomographie kann andere Ursachen einer Parkinson-Symptomatik ausschließen, z.B. Gefäßveränderungen oder Tumore im Gehirn, Störungen der Zirkulation der Gehirnflüssigkeit. Sie kann auch Hinweise auf das Vorliegen einer Multisystematrophie (MSA) geben. Die Diagnose der Parkinson-Krankheit kann - wenn die klinische Symptomatik und das Ansprechen auf L-Dopa nicht eindeutig sind - durch eine Isotop-Untersuchung des Gehirns (DATSCAN) bewiesen werden.

8. Gibt es eine Blutuntersuchung, die die Diagnose Parkinson beweisen kann?

Leider gibt es bis heute keine Blutuntersuchung, die die Diagnose Parkinson bestätigen könnte. In der Forschung gibt es aber vielversprechende Hinweise, dass eines Tages so ein Bluttest möglich sein wird. Neben der klinischen Symptomatik und dem Ansprechen auf die dopaminerge Medikation gibt es weitere Möglichkeiten, um die Diagnose zu untermauern. Ultraschalluntersuchungen des Gehirns, die Untersuchung des Riechvermögens können die Diagnose unterstützen und die DATSCAN- oder die Fluoro-Dopa-PET-Untersuchungen das Vorliegen des Dopamin-Mangels bestätigen.

9. Wann ist ein Krankenhausaufenthalt sinnvoll?

Diese Frage kann man nur im Zusammenhang mit dem aktuellen Krankheitszustand beantworten.
Am Anfang der Erkrankung, wenn die Symptome eindeutig sind und der Patient auf die Medikation gut reagiert, ist im Allgemeinen eine ambulante medikamentöse und physikalische Behandlung völlig ausreichend. In dieser Phase kommt eine stationäre Behandlung dann in Frage, wenn die Diagnose nicht eindeutig ist oder der Patient auf die Medikation nicht oder mit nicht beherrschbaren Nebenwirkungen reagiert.

In späteren Krankheitsstadien, insbesondere wenn Fluktuationen der Medikamentenwirkung oder Überschussbewegungen vorhanden sind, wird die ambulante Einstellung der Medikation immer schwieriger. Wenn die ambulanten Maßnahmen nicht mehr erfolgreich sind, kann nur eine stationäre Neueinstellung der Medikation helfen. Eine stationäre Behandlung kann auch zum Zwecke der Intensivierung der physikalischen und Begleittherapie notwendig werden. Bei Auftreten von psychischen Komplikationen (Halluzinationen, Psychose) ist eine dringende stationäre Behandlung notwendig.

10. In welchem Alter kann Parkinson auftreten?

Nach der allgemeinen Meinung ist die Parkinson-Krankheit eine Alterserkrankung, obwohl der Anteil der Parkinson-Patienten, die die ersten Symptome vor dem Alter von 40 Jahren zeigen, bei ca. 8 % liegt. Die Spitze der Erkrankungskurve liegt zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Enorm selten tritt die Krankheit im Kindesalter auf, unsere jüngste Patientin war bei dem Krankheitsbeginn erst 13 Jahre alt.

Die deutsche Parkinson-Vereinigung hat auch eine so genannte U40-Gruppe gegründet, bei den Mitgliedern diese Untergruppe lag das Erkrankungsalter vor dem 40. Lebensjahr (Club U 40 (Junge Parkinson-Kranke)).

11. Was tun gegen Schlafstörungen?

Die Krankheitssymptome, die Medikation oder eine begleitende Erkrankung wie z.B. die Depression können für die nächtlichen Schlafstörungen verantwortlich sein. Über die möglichen Ursachen und über die Behandlungsmöglichkeiten können Sie ausführlich nachlesen auf unseren Seiten unter Schlafstörungen bei Morbus Parkinson.

12. Gibt es eine besondere Parkinson-Diät?

Obwohl in den USA Parkinson-Nahrung in Dosen angeboten wird, müssen wir vorausschicken, dass es eine so genannte Parkinson-Diät nicht gibt. Es ist auch nicht bewiesen, dass irgendeine Ernährungsgewohnheit das Risiko der Parkinson-Krankheit verringern könnte. Wichtig ist die ausgewogene, ballaststoff - und vitaminreiche Ernährung und die Aufnahme von genügender Menge Flüssigkeit. Auch die Einhaltung ausreichender Abstände zwischen der Nahrungsaufnahme und der Einnahme von L-Dopa-haltigen Mitteln ist wichtig. Über dieses Thema können Sie auf unseren Seiten ausführlich nachlesen unter Ernährung bei der Parkinson-Krankheit.

November 2007

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