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Therapie der Dyskinesien

Stand Januar 2013 | Dr. Ferenc Fornadi, Gertrudis-Klinik Biskirchen

Im Verlauf der Parkinson-Krankheit können nach 5-10 Jahren unwillkürliche Bewegungen auftreten, wie beispielsweise bei der Chorea-Erkrankung (Veitstanz). Diese sind Folge der Krankheitsprogression und sind wahrscheinlich auf die Veränderung der Dopamin-Rezeptoren im Streifenkörper zurückzuführen. Die Hinauszögerung der L-Dopa-Therapie um einige Jahre durch die Gabe von Dopaminagonisten scheint das Auftreten dieser Erscheinungen zeitlich hinauszuschieben aber nicht zu verhindern. Folgende Dyskinesieformen sind bei der Parkinson-Krankheit bekannt:

Peak-Dose-Dyskinesie und Plateau-Dyskinesien (die unwillkürlichen Bewegungen treten in der Phase der vollen Wirkung der Tabletten, in der „On-Phase“ oder während der ganzen Wirkdauer auf). Therapie:

  • Dosisreduzierung und Fraktionierung von L-Dopa (Aufteilung der Dosis auf mehrere niedrigere Einzeldosen)
  • Ersatzweise Erhöhung der Agonisten-Dosis
  • L-Dopa-Retard-Präparate
  • Reduzierung oder Absetzen von MAO-B- und COMT-Hemmern
  • In einigen Fällen kann die Gabe eines COMT-Hemmers bei deutlicher Reduzierung der L-Dopa-Dosis auch hilfreich sein
  • Gabe von Amantadinpräparaten
  • Wenn die medikamentösen Maßnahmen ausgeschöpft sind: Apomorphin- oder Duodopa-Pumpe, tiefe Hirnstimulation (THS)
Dyskinesie-Kurve



Biphasische Dyskinesien (die Überbewegungen treten bei der Anflutung und beim Abklingen der Wirkung auf). Therapie:

  • Dosiserhöhung von L-Dopa (fraktioniert)
  • Langwirksame Agonisten
  • L-Dopa-Retard
  • COMT-Hemmer
  • Apomorphin s.c. oder lösliches L-Dopa, um die „On“-Phase zu verlängern
  • Duodopa- oder Apomorphin-Pumpe
  • tiefe Hirnstimulation

"Off"-Dystonie (schmerzhafte Verkrampfung und Deformierung der Extremitätenmuskulatur bei Nachlassen der Wirkung in der „Off“-Phase, typisch ist die frühmorgendliche Dystonie). Therapie:

  • L-Dopa-Retard, langwirksame Agonisten für die Nacht
  • Langwirksame Agonisten
  • COMT-Hemmer
  • Als „Feuerwehr“-Tablette schnellwirksames L-Dopa (löslich)
  • Apomorphin-Injektion
  • Apomorphin-Pumpe
  • Duodopa-Pumpe
  • Tiefe Hirnstimulation
  • Amantadin

"On"-Dystonie (die dystonen Verkrampfungen treten in der „On“-Phase bei guter Wirkung auf). Therapie:

  • Reduzierung von L-Dopa
  • Reduzierung der Agonisten-Dosis
  • Reduzierung von MAO-B- und COMT-Hemmern

Stand Januar 2013 | Dr. Ferenc Fornadi, Gertrudis-Klinik Biskirchen