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Sozialleistungen

Stand September 2011

Sich von Zuzahlungen befreien lassen

Hand mit Kleingeld

Patienten, die an einer Parkinson-Erkrankung leiden, gelten als chronisch Kranke. Auch für sie gilt die Sonderregelung des Bundesministeriums für Gesundheit: Sie müssen über zumutbare Grenzen hinaus keine Zuzahlungen zu Arznei-, Verbands- und Heilmitteln (z.B. Krankengymnastik) leisten. Auch die Fahrten zu Arztpraxen, zu Krankengymnasten oder ins Krankenhaus sind dann kostenlos.

Jeder Parkinson-Kranke kann bei seiner Krankenkasse diese Befreiung von Zuzahlungen beantragen, wenn eine Bescheinigung seines behandelnden Arztes nachweist, dass er seit mindestens einem Jahr bei ihm in Dauerbehandlung ist. Ferner muss der Patient nachweisen, dass er mindestens ein Jahr lang wenigstens 1% des jährlichen Brutto-Einkommens für derartige Zuzahlungen ausgegeben hat.

 

Lebt der Patient mit einem Angehörigen im Haushalt, darf er als Freibetrag 4.123 EUR von seinem Bruttoeinkommen abziehen, für jeden weiteren Angehörigen im Haushalt 2.749 EUR. Die Nachweise können als Quittungen gesammelt oder in ein „Zuzahlungsheft“ eingetragen werden, das der Patient in der Apotheke oder bei seiner Krankenkasse erhält. Auch rückwirkend für das letzte Jahr ist eine Befreiung von Zuzahlungen noch möglich, wenn alle Belege vorliegen.

Einen Schwerbehindertenausweis beantragen
Patienten, die an der Parkinson-Krankheit leiden, sind oftmals von einer schwerwiegenden Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität und von geminderter Erwerbsfähigkeit betroffen. Sie können wegen dieser Handicaps einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Den Antrag muss der Patient bei dem zuständigen Versorgungsamt stellen.

Die dortigen Sachbearbeiter erklären, wie der Antrag ausgefüllt werden muss, und welche Unterlagen beigefügt werden müssen (Lichtbild, Ärztliche Bescheinigungen, Rentenbescheide...). Selbstverständlich kann die Einstufung nur erfolgen, wenn Patient medikamentös behandelt wird. Nach Prüfung des Antrags entscheidet das Versorgungsamt, welcher Grad der Behinderung (GdB) anerkannt wird.

Um einen Schwerbehindertenausweis zu erhalten, muss der GdB mindestens 50% betragen. Entscheidet das Versorgungsamt auf einen GdB bei Parkinson-Patienten auf >30, aber unter 50%, kann der Patient bei der Behörde einen „Antrag auf Gleichstellung“ (mit einem höheren GdB) stellen.

Feststellen des Grades der Behinderung (GdB) bei Parkinson-Patienten

Ausprägung der Bewegungsstörung

Grad der Behinderung (GdB)

Ein- oder beidseitige geringe Störung der Bewegungsabläufe, geringe Verlangsamung, keine Gleichgewichtsstörung

30 – 40%

Deutliche Störung der Bewegungsabläufe, erhebliche Verlangsamung, Gleichgewichtsstörungen, Unsicherheit beim Umdrehen

50 – 70%

Schwere Störung der Bewegungsabläufe bis zur Bewegungslosigkeit

80 – 100%

Was bedeutet der Schwerbehindertenausweis für den Patienten mit Parkinson-Erkrankung?

  • Erleichterungen und Preisnachlässe im Straßenverkehr. Im Schwerbehindertenausweis können Vermerke wie z.B. „aG“ (außergewöhnlich gehbehindert, berechtigt zum Parken auf speziell gekennzeichneten Plätzen), oder „B“ (ständige Begleitung erforderlich) eingetragen werden, was für den Patienten eine erhebliche Erleichterung im täglichen Leben bedeuten kann. Ist der Patient „in der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt“ („G“), erhält er Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln kostenlos oder eine 50% Ermäßigung der KfZ-Steuer.
  • Steuerermäßigungen. Wegen der außergewöhnlichen Belastung durch seine Erkrankung kann sich ein Parkinson-Patient mit Schwerbehindertenausweis einen Pauschbetrag zur Verringerung der Steuerlast anrechnen lassen. Die Pauschbeträge, die mehrere Tausend Euro betragen können, lassen sich bei den Finanzämtern oder bei Steuerberatern erfragen.

Zusätzlich kann ein Patient mit einer Parkinson-Erkrankung Aufwendungen in Abzug bringen, die er – oder sein Angehöriger - für Kuren, Pflegeheime oder Heimpflege aufgrund der Krankheit aufgebracht haben. Ist der Patient berufstätig, darf er die Kosten des PKW zwischen Wohnung und Arbeitsplatz von der Steuer abziehen, und auch die jährliche Kraftfahrzeugsteuer.

  • Erhöhter Kündigungsschutz für Schwerbehinderte (GbH mind. 50%) (s. Parkinson-Erkrankung und Beruf)
  • Zusatzurlaub (s. Parkinson-Erkrankung und Beruf)

Stand September 2011