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Im Reiseland

Stand August 2012 | Dr. Ferenc Fornadi, Gertrudis-Klinik Biskirchen

Älterer Mann trägt seine Frau auf dem Rücken am Strand entlang
  • Genügend Zeit ohne Hektik, ausreichend lange Ruhepausen sind wichtige Voraussetzungen der gut gelungenen Reise.
  • Die ungewohnte, häufig scharfe Nahrung, die anderen Essenszeiten, die mangelnde Hygiene kann schnell zu Magenverstimmung und Durchfall führen. Diese beeinflussen auch die Aufnahme der Medikamente und schwächen dadurch deren Wirkung ab. Dies kann zu krisenhafter Verschlechterung der Parkinson-Krankheit führen und ist deshalb sehr ernst zu nehmen.
  • Besonders wichtig ist die Trinkwasserhygiene. Man sollte in den Ländern, wo solche Probleme bekannt sind, nur aus industriell verschlossenen Flaschen trinken und auf die sonst so beliebten Eiswürfel verzichten. Auch Obst auf der Straße ist häufig Ursache des Reisedurchfalls!
  • Auch ohne Durchfall können die Hitze und das vermehrte Schwitzen zu einer schnellen Austrocknung führen. Deswegen die Empfehlung: ca. 3 Liter Flüssigkeit pro Tag zu trinken!
  • Einige Medikamente (z.B. die so genannten Anticholinergika) können die Schweißsekretion hemmen. In solchen Fällen kann die Hitze zu einer Überhitzung des Körpers führen (Hyperthermie, Hitzeschlag). Sonnenschutz, Aufhalten auf schattigen Plätzen, Hotel mit Klimaanlage, Kühlung, Eisbeutel können vorbeugend bzw. hilfreich sein. In schweren Fällen ist sofortige ärztliche Hilfe (Krankenhaus) notwendig.
  • Auch im Reiseland darf nicht vergessen werden, dass die gleichzeitige Einnahme von L-Dopa und eiweißreicher Nahrung die Wirkung des Medikaments aufheben kann
  • Die körperlichen Anstrengungen sollen dem aktuellen Krankheitszustand und den klimatischen Verhältnissen des Reiselandes angepasst werden. Je wärmer das Wetter und je höher die Luftfeuchtigkeit ist, desto kleiner die Leistungsfähigkeit der Parkinson-Patienten. In sehr warmen Ländern empfiehlt sich, die heißesten Stunden des Tages im kühlen Hotelzimmer zu verbringen. Andererseits kann Kälte das Zittern und die Steifheit deutlich verstärken.
  • Eventuelle sportliche Aktivitäten sollten dem aktuellen Krankheitszustand angepasst werden und nicht zur Überanstrengung oder Gefährdung führen.

Das sorgfältig ausgesuchte Reiseziel, die gute Reiseplanung und die dem Krankheitsbild angepasste Aktivität während der Reise trägt viel dazu bei, dass der Parkinson-Patient seine Lebensqualität erhalten kann.

Reiseinformationen zu einzelnen Ländern finden Sie unter www.fit-for-travel.de.

Stand August 2012 | Dr. Ferenc Fornadi, Gertrudis-Klinik Biskirchen