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Wiederholung der Warnung: Ohrimplantate bei Parkinson

Vor fast genau 10 Jahren hatten wir, die Chefärzte der Parkinson-Fachkliniken bereits in den DPV Nachrichten einen gemeinsamen Artikel verfasst, in dem wir vor der Implantations-Ohrakupunktur nach der damaligen Methode von Herrn Dr. Werth gewarnt haben. Nachdem Herr Dr. Werth damals Deutschland verlassen hatte, und viel an Aufklärung geschehen ist, hatte die Anzahl der Implantationen nachgelassen. Leider ist in letzter Zeit die Methode wieder verbreitet worden, teils mit teils ohne erheblichen finanziellen Aufwand für den Patienten. Auch wenn jetzt oft nicht die Heilung der Parkinson-Erkrankung versprochen wird wie damals, gibt es doch bis heute keinerlei Nachweis, dass die Implantations-Ohrakupunktur überhaupt zu einer Verbesserung der Parkinson Symptome führt. Insbesondere sollte jeder Parkinson Patient auch wissen, dass es durch die Implantation der - wenn auch dünnen - Nadeln zu Infektionen am Ohr kommen kann, die manchmal auch einer weiteren lokalen Behandlung bedürfen. Die Beurteilung von Kernspintomographien des Kopfes, die bei Parkinson Patienten durchaus notwendig sind, können in ihrer Beurteilung wegen “Artefakten” zeitlebends gestört sein.

Wir raten unseren Patienten deshalb von dieser Methode der Ohrimplantate Abstand zu nehmen. Eine Methode, die über keine evidenzbasierten (nachweislichen) Daten verfügt, dass eine positive Wirkung bei der Parkinson Erkrankung besteht, ist heutzutage nicht mehr tragbar – wir verlangen von allen zugelassenen Arzneimitteln, die die Krankenkassen erstatten, dass sie wirksam und sicher sind. Warum sollten wir dasselbe nicht auch von einer Methode erwarten dürfen, die der Patient selbst bezahlen muss?

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der Parkinson-Fachkliniken