Im vergangenen Jahr hatten amerikanische Forscher bereits nachweisen können, (PRECEPT-Studie), dass die klinische und radiologische Progression einer Parkinson-Erkrankung umso schneller war, je niedriger die Serum-Harnsäurespiegel der Patienten waren. Diese Ergebnisse konnte die gleiche Arbeitsgruppe nun mit der nachträglichen Auswertung der DATATOP-Studie bestätigen. Von nahezu allen 800 Patienten waren Serum- und Liquorproben eingefroren worden, so dass jetzt – 20 Jahre später – der Zusammenhang zwischen Klinik und Serum- bzw. Liquorwert der Harnsäure überprüft werden konnte.
Der Endpunkt der DATATOP-Studie war die Entwicklung einer Levodopa-pflichtigen Behinderung. Sie wurde umso schneller erreicht, je geringer die Harnsäurekonzentrationen in Serum und Liquor waren. Damit ist die umgekehrte Korrelation zwischen Serum-Harnsäurespiegel und klinischer Progressionsgeschwindigkeit bestätigt.
Harnsäure hat eine Reihe antioxidativer Wirkungen: beispielsweise fungiert es als effektiver Eisenbinder, was gut zu der sehr wahrscheinlichen pathogenetischen Rolle von überschüssigem Eisen im Gehirn bei der Parkinson-Krankheit passen würde.
Man kann keinesfalls jetzt schon eine allgemeine Empfehlung geben, die Harnsäurespiegel zu erhöhen. Dem möglichen Nutzen muss der potenzielle Schaden gegenübergestellt werden, der nicht nur durch vermehrte Gicht- und Harnstein-Erkrankungen, sondern auch durch die Auswirkungen auf Herz und Kreislauf zu erwarten wäre.
Für Sie gelesen: Dr. Fornadi (Medical Tribune Nr. 5, Okt. 2009)