Gen-Mutationen in mehreren Genen wurden als Ursache seltener früh beginnender Parkinson-Syndrome identifiziert. Die Genträger haben ein höheres Risiko an Parkinson zu erkranken. Von Untersuchungen dieser Personengruppen erhofft sich die Medizin den Nachweis von Vorzeichen der Parkinsonerkrankung, die bereits vor den ersten Symptomen auftreten und eine frühzeitige Behandlung ermöglichen. Kieler und Lübecker Forscher untersuchten daher je 14 Genträger und gesunde Kontrollpersonen mit mehreren sensorischen Tests.
Es zeigte sich, dass die Genträger mechanische Reize schlechter wahrnehmen und erst stärkere mechanische und Druckreize als schmerzhaft empfinden als gesunde Menschen. Die Genträger wiesen also eine verringerte Sensibilität auf, unabhängig davon, ob sie schon Parkinson-Symptome zeigten oder nicht. Die Funktion peripherer Nerven zeigte sich neurographisch unauffällig und Vibrationen spürten die Mutationsträger ähnlich wie andere Menschen. Die Forscher vermuten deswegen, dass es sich um eine zentrale Verarbeitungsstörung handelt, die auf der Ebene des Rückenmarks und Gehirns begründet ist, und nicht in den peripheren Nerven. Bei Parkinson-Patienten ohne Genmutation sind die Reizverarbeitungsmuster anders: sie berichten etwa über eine stärkere Hitzeempfindlichkeit der Haut.
Das könnte bedeuten, dass sich das durch die entsprechenden Mutationen bedingte Parkinson-Syndrom anders äußert und sich so klinisch von anderen Parkinsonformen unterscheiden lässt.
Für Sie gelesen: Dr. Fornadi (idw - Informationsdienst Wissenschaft)