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Morbus, Krankheit, Syndrom (Begriffserklärung)

Stand August 2012

Morbus, Krankheit, Syndrom (Begriffserklärung)

Menschliche Silhouette vor Wolken

Der von James Parkinson stammende Name der Krankheit „shaking palsy“ oder „Schüttellähmung“ ist nicht mehr gebräuchlich. Die Krankheit ist keine Lähmung im eigentlichen Sinn, wie sie zum Beispiel nach einem Schlaganfall vorkommen kann. Auch das „Schütteln“, also das Zittern, ist nicht bei jedem Patienten vorhanden.

In Deutschland werden die Begriffe

Parkinson-Krankheit,
Morbus Parkinson,
idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS),
primäres Parkinson-Syndrom

synonym verwendet, wobei idiopathisch „ohne erkennbare Ursachen auftretend“ bedeutet.

Neben dem idiopathischen Parkinson-Syndrom kennen wir noch sogenannte symptomatische oder sekundäre Parkinson-Syndrome, bei denen eindeutige Auslöser wie z.B. giftige Substanzen oder eine Hirnverletzung Parkinson-Symptome verursachen.

Als Pseudo-Parkinson-Syndrome bezeichnen wir Krankheiten, die Parkinson-ähnliche Störungen verursachen, ohne dass im Gehirn ein Mangel an Dopamin vorliegt

Weitere Begriffe

Hemiparkinson-Syndrom
Wenn die Symptomatik halbseitig ist, was in der Anfangsphase des idiopathischen Parkinson-Syndroms typisch ist, sprechen wir über Hemiparkinson.

Parkinsonoid
Eine besondere Form der sekundären Parkinson-Syndrome ist das medikamentöse Parkinson-Syndrom, es wird auch als Parkinsonoid bezeichnet. Diese Erkrankung wird bei Einnahme bestimmter Medikamente, z.B. Neuroleptika durch Blockade der Dopamin-Rezeptoren (Dopamin-Aufnehmer) ausgelöst und ist reversibel, das heißt, sie klingt nach Absetzen des auslösenden Mittels ab.

Demaskierung
Es ist bekannt, dass die ersten sichtbaren Symptome der Parkinson-Krankheit erst dann auftreten, wenn ein großer Teil der Nervenzellen in der Schwarzen Substanz betroffen sind. Nach den neusten Erkenntnissen liegt dieser Teil bei 80 %. Bis zum Erreichen dieser Grenze kann das Gehirn den Dopamin-Mangel kompensieren. Wenn bei diesen zukünftigen Parkinson-Patienten Medikamente Parkinson-Symptome verursachen, werden die Symptome nach Absetzen des auslösenden Mittels nicht mehr verschwinden. Dies nennen wir frühzeitige Demaskierung.

Äquivalenz-Typ der Parkinson-Krankheit
Die Symptome Akinese, Rigor und Tremor sind mit etwa gleicher Ausprägung vorhanden.

Tremor-Dominanz-Typ der Parkinson-Krankheit
In der Symptomatik dominiert das Ruhezittern.

Akinetisch-rigider Typ der Parkinson-Krankheit
Es dominieren die Symptome Akinese und Rigor, ohne Tremor.

Reiner Tremor-Typ
Isolierter Ruhetremor, ohne andere Symptome.

Juveniles Parkinson-Syndrom
Erkrankung vor dem 21. Lebensjahr.

„Young onset“ Parkinson-Syndrom
Erkrankung vor dem 40. Lebensjahr

„Late onset“ Parkinson-Syndrom
Erkrankung nach dem 40. Lebensjahr.

„Very late onset“ Parkinson-Syndrom
Erkrankung nach dem 75. Lebensjahr.

Stand August 2012