zur Startseite

Neuropsychiatrische Symptome

Stand April 2013

Anders als von James Parkinson angenommen, kommen auch häufig psychische Symptome bei der Parkinson-Krankheit vor. Die wichtigsten dieser Störungen, die Demenz und die Depression, werden in extra Kapiteln beschrieben.

Mann mit Gesicht in Hände gestützt

Depression
In 30-60% der Fälle kommt es zu Depressionen. Oft ist die Depression das einzige Anfangssymptom und führt so zu Fehlentscheidungen bei der Diagnose. Auch Jahre vor dem ersten Auftreten körperlicher Symptome leidet der Patient schon unter depressiven Phasen. Diese „endogenen“, also von innen kommenden, Depressionen sind wahrscheinlich die Folge von Störungen der Noradrenalin-, Serotonin- und Dopaminproduktion. Daneben gibt es auch die „reaktive“ Depression, bei der der Patient depressiv auf die Probleme mit seiner Erkrankung reagiert. Die Depression der Parkinson-Patienten ist häufig angstbeladen, Wahnbildung und Selbstmordneigung sind sehr selten. Ausführlich siehe Artikel Parkinson und Depression.

Angst und Stress können bestimmte Bewegungsstörungen deutlich verstärken, wie z.B. die Bewegungsblockaden und die Fallneigung. Andererseits ist auch ein Phänomen bekannt, bei der extreme Stresssituationen (z.B. Wohnungsbrand) zu einem vorübergehenden Verschwinden der Bewegungslosigkeit führen (sog. paradoxe Kinesie).

Demenz
Die Entwicklung einer Demenz oder Geistesschwäche kommt bei weniger als 30% der Patienten vor. Mit zunehmendem Alter tritt sie häufiger auf. Bei der „Early-onset“-Parkinson-Krankheit mit Auftreten vor dem 40. Lebensjahr ist eine Demenz praktisch nie zu beobachten.
Die Ursachen der Geistesschwäche sind bei der Parkinson-Krankheit verschieden:

  • Auftreten von Lewy-Körperchen in der Hirnrinde
  • Mangel an Acetylcholin in Stirnbereichen des Gehirns
  • Alzheimer-ähnliche Veränderungen in der Hirnrinde
  • Veränderungen an den Hirngefäßen

Bei den Patienten mit Störungen der Denkleistung ist die Gefahr groß, dass sie durch Anti-Parkinson-Medikamente Halluzinationen und Verwirrtheit bekommen. Bei ausgeprägter Geistesschwäche muss man auch nach anderen Ursachen suchen. Über die Demenz bei der Parkinson-Krankheit können Sie hier ausführlich lesen.

Bradyphrenie
Unter Bradyphrenie versteht man die Verlangsamung der Denkabläufe. Die Grenze zur Demenz und zu den parkinsontypischen neuropsychologischen Störungen ist nicht scharf, so dass manche Wissenschaftler die Existenz dieser Störung in Frage stellen.

Neuropsychologische Störungen

Die mit verschiedenen neuropsychologischen Tests nachweisbaren Störungen bei der Parkinson-Krankheit sind:

  • Störung des räumlichen Sehens
  • Störungen der zeitlichen Einordnung
  • Gedächtnisstörungen
  • Störung bei selbstentwickelten Handlungsplänen, Störungen beim schnellen Wechseln zwischen alternativen Problemlösungsstrategien

Diese können sogar in den Frühstadien der Krankheit nachgewiesen werden.

Stand April 2013