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wintergarten
Sehr geehrter Herr Dr. Fornadi,
anläßlich einer Operation wurde mir von dem Anästhesisten gesagt, daß die Angaben auf dem Mitgliedsausweis total veraltet seien, "Schon seit 10 Jahren würden die angegebenen Mittel nicht mehr benutzt."
Wenn das so ist, könnte man den Text nicht einmal aktualisieren?
MfG

weintergarten
Experte Dr. Fornadi
Experte

Die aktuellen Anästhesie-Empfehlungen können Sie unter http://www.parkinson-web.de/content/behandlung/parkinson_und_anaesthesie/index_ger.html lesen. Welchen Mitgliedausweis meinen Sie? Im Ausweis von parkinson-web.de sind nur allgemeine Hinweise zu lesen, ohne konkrete Medikamenten-Empfehlungen. Der Hinweis auf die örtliche Betäubung beim Zahnarzt ist – obwohl in den meisten Fällen überholt – steht als Empfehlung in allen Beipackzetteln der L-Dopa-Präparate.

MfG
Dr. Fornadi
wintergarten
Sehr geehrter Herr Dr. Fornadi,

hier ist der Text von der Rückseite des Ausweises der Deutschen Parkinson Vereinigung:
"Zur Beachtung! Der rückseitig aufgeführte Patient leidet an einem Parkinson-
Syndrom. Folgende Hinweise sollten beachtet werden:
a) Allgemeinanästhesie ("Vollnarkose"): Empfohlen wird die Barbiturat-Lachgas-
Opiat-Narkose, Etomidat-Lachgas-Opiat-Narkose oder Kombinationsnarkosen mit
Enflurane oder lsofluran sowie kompetitiven Muskelrelaxantien. Bei einer Halothan-
Narkose ist wegen einer möglichen Sensibilisierung des Myocards gegen Adrenalin
Vorsicht geboten. Kontraindiziert sind Dopamin-Antagonisten, (z.B. Neuroleptica
vom Typ Phenothiazine, Butyrophenone und Reserpin), wie sie z.B. in der klassi-
schen Neurolept-Analgesie eingesetzt werden.
b) Lokal-Anästhesie: Unter der Therapie mit L-Dopa dürfen Lokalanästhetica nur
ohne Adrenalin-Zusalz verwendet werden. Lokalanästhesien oder Spinalanästhesien
sind oft der Allgemeinanästhesie vorzuziehen, da die Dauer der lmmobilisierung
kürzer ist.
c) Perioperative Behandlung: Die Parkinson-spezifische medikamentöse und phy-
sikalische Therapie hat weiter fortgeführt zu werden. Gegebenenfalls müssen die
Antiparkinson-Medikamente über den Magenschlauch oder parenteral am Operations-
tag und postoperativ weitergegeben werden. Ist eine kontinuierliche Fortführung der
medikamentösen Therapie um den Operationszeitraum nicht gewährleistet, muss für
eine parenterale Alternativ-Therapie, ggf. nach Beratung mit einem Neurologen, gesorgt
werden. Auf die Gefahr der Entstehung einer akinetischen Krise oder auf das Auftreten
von Verwirrtheitszuständen postoperativ als Folge eines abrupten Absetzen von
Parkinsonmedikamenten, z.B. mit anticholinerger Wirkung, ist zu achten
"
Experte Dr. Fornadi
Experte

Bezüglich des Ausweises der Deutschen Parkinson-Vereinigung sollten Sie sich bitte an Herrn Mehrhoff wenden. Die ausführliche Anästhesie-Broschüre der dPV wird zurzeit aktualisiert. Gleichzeitig könnte man den Mitgliedsausweis ändern.
MfG
Dr. Fornadi
wintergarten
Sehr geehrter Herr Dr. Fornadi,

mit Herrn Mehrhoff haben wir schon wegen des Ausweises gesprochen. Er hält die bestehende Version für ausreichend.
Leider haben nur die wenigsten Mitglieder einen Internetzugang und können sich daher nicht über den aktuellen Stand der Anästhesie informieren. Jeder trägt aber immer seinen Ausweis bei sich, wenn er ins Krankenhaus muß.
Neue Ausweise für alle Mitglieder sind wahrscheinlich zu teuer.

MfG
wintergarten
Experte Dr. Fornadi
Experte

Mit ist bekannt, dass die Anästhesiebroschüre gerade überarbeitet wurde und neu in Druck gegeben wird. Sie kann bei der
dPV angefordert werden. Die Ausweise sind wohl auch zu klein für alle notwendigen Informationen.
MfG
Dr. Fornadi
wintergarten
Augenblicklich ist die Broschüre vergriffen. Wenn alle Mitglieder die aktualisierte Version bekämen, wäre das wahrscheinlich teurer als ein neuer Ausweis und außerdem viel unhandlicher.
MfG

wintergarten
Experte Dr. Fornadi
Experte

Wenden Sie sich bitte erneut an die dPV.
MfG
Dr. Fornadi
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